Aquariumwasser

Immer wieder werden jede Menge Fragen zum Thema Aquarienwasser gestellt, auf die ich hier einmal etwas genauer eingehen möchte. Als erstes muss ich sagen, dass das Wasser in der Aquaristik die wichtigste Rolle spielt. Warum? Ganz einfach, unsere Tiere leben darin!
 
In vielen Foren im Internet wird immer wieder angeraten gleich ein großes Aquarium zu nehmen, da ein kleineres mehr Arbeit macht und auch anfälliger sei, man spricht bei solchen Aquarien dann oft auch von Pfützen, meiner Meinung nach ein absoluter Unsinn. Es kommt immer darauf an, was sich alles im jeweiligen Becken befindet und nicht wie groß es ist.
 
Alle Lebewesen im Aquarium fressen und geben anschließend Kot und Urin ins Wasser ab. Der Filter holt zwar einiges aus dem Wasser wieder heraus, der ganze Urin und noch so manch andere Stoffe bleiben aber drin. Man kann sich also gut vorstellen, dass jedes Aquarium ohne Eingriff des Pflegers schnell zum Jauchekübel wird und, dass diese Jauche dann der ideale Nährboden für Krankheitserreger, Pilze und Algen ist. Gut für das Aquarium sind eigentlich nur die Bakterien, die Amoniak und Nitrit zu Nitrat umbauen. Alle anderen sind eher schädlich und befallen die Fische. Schon mancher hat durch plötzlich auftretende Massenentwicklung von Krankheitserregern oder Pilzen seinen gesamten Fischbestand verloren. Dabei spielt es nun wirklich keine Rolle, wie groß das Aquarium eigentlich ist.
 
Viele, die ihr Aquarium nach kurzer Zeit wieder abschaffen, machen das nicht, weil sie keine Lust mehr auf die doch wunderschöne Unterwasserwelt haben, nein sie haben Probleme mit dem Aquarienwasser.


Frage: Wie viel und wie oft sollte mein AQ-Wasser gewechselt werden?
Antwort: Der normale Wasserwechsel sollte regelmäßig und immer mit der gleichen Intensität durchgeführt werden! Man sagt als Faustregel 1/3 die Woche. Ich wechsle im Schnitt jede Woche 70% Wasser aus, egal wie groß das Aquarium ist. Findet der Wasserwechsel aber statt, um einen gefährlichen Wert zu drücken, würde ich auch ohne zögern 90% Wasser wechseln. Nun behaupten viele Leute, das bei so einem großen Wasserwechsel ja auch alle nützlichen Bakterien entfernt werden, dem ist aber nicht so. Nahezu alle diese nützlichen Bakterien leben substratgebunden, das heißt auf den Oberflächen innerhalb des Aquariums, also auf allen Gegenständen, wie Bodengrund, Pflanzen Wurzeln usw. und im Filter. Solange wie das bei einem Wasserwechsel nicht angetastet wird, verkraftet das ein intaktes Aquarium ohne Probleme.

Frage: Soll man warmes oder kaltes Wasser zum Wasserwechsel nehmen?
Antwort: Ganz klar, nur mit warmen Wasser! Die Temperatur muss nicht genau stimmen, aber Fische sind wechselwarme Tiere und müssen ihren Kreislauf der Umgebung anpassen. Also wenn sich jemand als Tierfreund bezeichnen will, sollte er seinen Fischen temperiertes Wasser geben.

Frage: Wie kann ich meine Wasserwerte bestimmen?
Antwort: Für eine Bestimmung der wichtigsten Wasserwerte wie GH, KH, NO2, pH, und Cu gibt es unterschiedliche Testsets (Stäbchen-, tropfen- und Dauertests). Meine Empfehlung sind hier die tropfentests, da diese Testart wesentlich genauer ist als ein Stäbchentest. Im Übrigen sollte jeder Aquarienbesitzer seine Wasserwerte kennen und wenigstens einmal gemessen haben. Sicherlich kann man auch ganz ohne auskommen, nur bin ich der Meinung, dass wir den Lebewesen, die wir pflegen, die bestmöglichen Bedingungen bieten sollten. Und nicht erst testen, wenn Probleme auftreten oder unsere Pfleglinge verenden.

Frage: Brauche ich eigentlich Wasseraufbereiter?
Antwort: Im Zoogeschäft werden einem immer gerne Wasseraufbereiter verkauft. Wenn ihr keine Schwermetalle oder andere Schadstoffe in Leitungswasser habt, dann sind diese Wasseraufbereiter raus geschmissenes Geld. Legt das lieber in Futter an oder kauft euch dafür noch ein paar Pflanzen fürs Aquarium.

Frage: Wasserwechseln, aber wie?
Antwort: Bei kleinen Aquarien nimmt man einen Eimer und stellt den unterhalb vom Aquarium auf, der muss tiefer als das Aquarium stehen, einen Schlauch ca. 1,5m lang evtl. mit einer Mulmglocke, das hat den Vorteil, dass der Sog so geringer ist und nicht so schnell Fische, Steine oder Pflanzenteile mit angesaugt werden und den Schlauch verstopfen. Das eine Ende vom Schlauch ins Aquarium und am anderen Ende, Wasser mit dem Mund ansaugen und schnell in den Eimer, dann warten bis der Eimer voll ist. Das ganze so oft wiederholen, bis die gewünschte Menge Wasser raus ist. Ich benutze am Stelle des Eimers eine Plastewanne, da passt genau die Menge Wasser rein, die raus soll. Dann nimmt man eine Gießkanne, um das Wasser wieder aufzufüllen. (mit temperiertem Wasser)

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Bei größeren Aquarien mache ich das etwas anders, da muss der Wasserwechsel einfach und ohne große Matscherei von der Hand gehen. Um den groben Mulm abzusaugen, mache ich das erst einmal wie oben beschrieben mit dem Schlauch und dem Eimer. (Plastewanne) Dann nehme ich einen langen Schlauch, der vom Aquarium bis ins Badezimmer reicht. Zum Entleeren des Aquariums wird der Schlauch mit dem Ansaugrohr ins Becken gehängt. Ein Ansaugkorb verhindert, dass Fische oder grobe Pflanzenteile mit eingesaugt werden. Um das Wasser zum Laufen zu bringen, genau wie oben beschrieben, einmal kräftig Ansaugen und ins Fass stecken. Das Wasser läuft dann solange, bis das wasserlassende Schlauchende unter dem Niveau des Wasserspiegels im Aquarium abgesunken ist. Zum Befüllen wird das Schlauchende mit der Kupplung an den Duschschlauch angeschraubt und der Wasserhahn nur langsam aufgedreht. (mit temperiertem Wasser)
 
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Wichtig: Alle Gefäße, Eimer und Schläuche etc., die ihr fürs Aquarium verwendet, bitte ausschließlich nur fürs Aquarium und nie für andere Zwecke benutzen!

Verdunstetes Wasser nicht bloß wieder auffüllen! Es verdunstet nur das reine Wasser und die Schadstoffe, die bleiben drin. Also besser gleich einen Wasserwechsel machen.